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„Keep Going North“: Arktische Abenteuer im Auslandsstudium

„Keep Going North“ lautete das Motto von Marieluise Hacker und Lisa Kampmann bei der Planung ihrer Zeit im Ausland: Seit 6. Januar leben und studieren sie in der nördlichsten Region Norwegens. | Foto: Campus

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„Viele Kommilitonen haben von Strand, Meer und Sonne geträumt, wir wollten Schnee, richtigen Winter und weit hoch in den Norden", sagen Marieluise Hacker und Lisa Kampmann. Die beiden Campus-Studierenden sind derzeit in Alta in Norwegen und verbringen dort ihr Auslandssemester an der Arctic University of Norway in Alta. Die 20.000-Einwohner-Stadt liegt drei Grad nördlich des Polarkreises und rund 2.500 Kilometer von ihrem Studienort München entfernt. Die dortige Universität ist einer der mehr als einhundert internationalen Partner der Hochschule Mittweida. Von diesem Netzwerk profitieren auch die Studierenden des Campus.

„Keep Going North" lautete das Motto der beiden bei der Planung ihrer Zeit im Ausland: Seit 6. Januar leben und studieren Marieluise und Lisa nun in der nördlichsten Region Norwegens. Bei ihrer Landung erwarteten die beiden Temperaturen rund 25 Grad unter dem Gefrierpunkt, jede Menge Schnee und vor allem absolute Dunkelheit. Denn wegen der Polarnacht gibt es im Winter in Alta kein Tageslicht. „Da wir aber hier so viel Neues zu entdecken hatten, war das alles kein Problem", berichten die beiden Bachelor-Studierenden. Vor allem die Gastfreundschaft der Universität und die vielfältigen Möglichkeiten, neue Kontakte zu jungen Menschen aus aller Welt zu knüpfen, begeisterten die beiden: vom Schneeballschlacht-Turnier über gemeinsame Schlittenfahrten und vom Barbecue bis hin zum gemütlichen Abend am Lagerfeuer.

 

 

 

 

 

Erlebnis und Emotion pur: Als Musherin und Arctic-Adventure-Guide

Beide Campus-Studierenden fanden in Norwegen einen Traum-Nebenjob und tauchten dort richtig ins Leben ein. Marieluise arbeitete als Musherin auf einer Husky-Farm mit etwa 95 Hunden. Sie legte den Tieren das Laufgeschirr an und spannte sie in den Schlitten ein. „Da die Huskys vor Energie sprühen und nicht still halten beim Anziehen der Geschirre oder der Leinen, war das teilweise eine ziemlich schweißtreibende Arbeit", sagt sie. Die Belohnung waren die anschließenden Fahrten. Dort gab Marieluise den Hunden die Kommandos und lenkte den Schlitten: „Diese Touren durch die Natur mit den vielen lieben Hunden werde ich nie vergessen", berichtet sie.

Lisa bekam in ihrem Job besondere und hautnahe Einblicke in Kultur und Traditionen des hohen Nordens: Sie betreute als Guide Kreuzfahrt-Touristen, die nach Alta kamen, und begleitete sie auf diversen Arctic-Adventure Ausflügen: „Meine Lieblingstour war der Ausflug zu einer Familie der Ureinwohner Norwegens, den Sami. Sie sind Rentierzüchter", sagt Lisa. Auch an die Abende in den Nordlichter-Camps denkt sie gern zurück.

Corona-Virus stellt auch in Norwegen den Studienalltag auf den Kopf

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus bekommen derzeit auch die beiden jungen Deutschen in Alta zu spüren. Bereits seit Anfang März sind alle öffentlichen Einrichtungen im Ort geschlossen: Studentenclub, Restaurants, Schwimmbad und vieles mehr. Auch die Hochschule ist betroffen. Die Dozenten nehmen die Vorlesungen deshalb auf und verschicken sie per Video.

„Das alles ist natürlich ungewohnt und auch wir beide haben Momente, in denen wir nicht ganz sicher sind, wie wir am besten mit der Situation umgehen", sagen Marieluise Hacker und Lisa Kampmann über die aktuelle Corona-Lage in ihrer „Heimat auf Zeit" Norwegen.

 

Die beiden wollen bis Ende Mai bleiben

Viele ihrer Freunde an der Hochschule hätten ihren Aufenthalt abgebrochen. Das kommt für Lisa und Marieluise aber nicht in Frage: „Wir werden unser Semester hier beenden und Norwegen wie geplant erst Ende Mai verlassen." Die Betreuung im Studentenwohnheim sei bestens und die Stimmung besonnen. „Die Norweger nehmen die Lage ernst, aber begegnen der Situation mit einer angenehmen Ruhe", sagt Lisa. Jeder bleibe ganz selbstverständlich zu Hause. Dinge wie Hamsterkäufe oder Menschenaufläufe am Wochenende seien den Menschen dort fremd.

Die beiden Studierenden aus München vertreiben sich die Zeit mit kleinen Spaziergängen und Wanderungen in der Natur rund um den Altafjord. Das Abstandhalten ist kein Problem, auch weil die Gegend ohnehin sehr dünn besiedelt ist: „Die Landschaft ist atemberaubend schön und selbst vor Corona ist man hier in der Regel keiner Menschenseele begegnet, wenn man draußen unterwegs war."

In „Keep Going North", ihrem eigenen Blog auf Instagram, berichten die beiden Campus-Studierenden regelmäßig über ihre Erlebnisse und Abenteuer am Polarkreis.